| Honda VF750S | < | Übersicht | > | Honda VF750S |
1981 nahm sich Honda vor, ein Motorrad zu entwickeln. Ja nee is klaar, Honda hatte schon eine Menge Motorräder konstruiert, aber diesmal sollte es ein besonderes sein. Es sollte das non plus Ultra seiner Zeit sein. Bordcomputer, elektronischer Tacho, Digitale Anzeigen und Blinker die sich automatisch zurückstellen sollte es haben. Einen V-Motor der vibrationsarm seine Arbeit macht und wartungsarmen Kardanantrieb ebenfalls. Sportlich sollte sie aussehen und handlich. Naja, 1982 war es dann soweit! Honda stellte die VF750S vor! Im Ausland wurde sie VF750 Sabre genannt. Der ganze Schnickschnack hatte natürlich seinen Preis und man dachte sich 10.800.-DM wäre für so ein Wunderwerk geradezu ein Schnäppchen und um die Gemeinde der Chopper und Cruser zu befriedigen entwarf man flux noch die VF750C. Gleicher Motor und Antrieb und weniger Schnickschnack und deshalb auch 1.900.-DM preiswerter. Die Fachwelt war entzückt und konnte Testberichte kaum abwarten. Alles sah sehr vielversprechend aus doch der Schein trügte. Die VF750S wurde der Ladenhüter überhaupt. Niemand wollte für einen 750er soviel Kohle hinlegen. Die letzten Maschinen gingen dann für 7800.-DM übern Ladentisch um überhaupt verkauft zu werden. Beim 25000km Test der Zeitschrift "Motorrad" deckte man die Schwächen auf. Der Rahmen hatte Konstruktionsfehler die man vom Hause Honda noch nicht kannte. Der Rohrrahmen am Heck brach nach 10.000km. Das Kurvenverhalten war katastrophal. Man hatte einen Büffel gebaut, der immer geradeaus wollte. Nur mit Mut zwang man diesen störrischen Esel in die Kurve um dann festzustellen, das wenn einen der Mut verließ und man nicht weiterhin Gas gab, dieses Wunderwerk ins Kurven innere abkippte wie ein Stein. Der Singlestoßdämpfer war alles andere nur kein Dämpfer! Ab 190km/h trat ein Hochgeschwindigkeitspendeln auf das seines Gleichen sucht. Was war passiert ? Man hatte vor lauter Augenmerk auf Elektronik und Komfort total das Fahrwerk bauen verlernt. Tja, nun hatte ich so ein Ding und guckte dumm aus der Wäsche. Also nahm ich mir ein Herz und zerlegte meinen Büffel bis auf die Grundmauern. War sowieso fällig, weil ein lästiges klingeln der Steuerketten nervte. Beim öffnen der Zylinderköpfe traf mich der erste Schlag. Nockenwellen die nicht in Walzenlagern tobten sondern in geölten Lagerschalen. Auha, ein Blick auf die dünnen Ölleitungen sagte mir sofort, ab jetzt nur noch Synthetiköl. Eine Nocke für zwei Ventilhebel! Das konnte ohne ausreichende Schmierung auf Dauer nicht gut gehen. Der nächste Schock! Völlig veraltete Konstruktion der Steuerkettenspanner. Kein Wunder das die den Geist so schnell aufgegeben haben. Nach Einbau neuer Spanner und Steuerketten spendierte ich meinem Mädchen noch eine neue Kupplung. Okay, der Motor war wieder fit, aber weiterhin machte ich mir Sorgen um Rahmen und Hinterraddämpfer. Ich versuchte verschiedene Einstellungen am Dämpfer. Bestmögliche Wirkung war bei einem Luftdruck von 0,38 Bar bei harter Dämpfereinstellung. Für die Vorderradgabel gab´s neue Simmeringe und mit 0,4 Bar brachte ich ihr das federn wieder bei. Ich zog meinen Reifenhändler zu Rat und der gab mir den Tipp, es mal mit Metzeler zu versuchen. Also Continental runter und Metzeler drauf und siehe da, Oh Wunder, der Büffel wurde wirklich ruhiger und gutmütiger. In der Kurve liegt das Mädchen zwar immer noch nicht ideal aber wenn man erst mal raus hat, wann sie kippt ist es nur noch halb so schlimm. Letztendlich bin ich froh das ich sie habe, denn andere Modelle fahren zu Tausenden rum. Meine bleibt und ist halt ein Exot - Jock
|
| Honda VF750S | < | Übersicht | > | Honda VF750S |